Brettchenweben, eine uralte Webtechnik

Wie alt diese Technik ist, konnte bislang nicht eindeutig geklärt werden. Mit Sicherheit wurde sie in China bereits im 16. – 11. Jahrhundert v. Chr. angewendet. Die ältesten Funde in Europa stammen aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. Sagen wir einfach, Brettchenweben ist schon recht alt. In vielen Ländern hat sich diese Technik jedoch bis heute erhalten.

BrettchenwebenBild: Demonstration der Technik des Brettchenwebens auf einem Mittelaltermarkt.

Webtechnik

Je nach verwendeter Webtechnik werden in alle oder nur einige der Löcher der Brettchen Kettfäden gezogen. Die Anzahl der Brettchen nebeneinander und die Stärke der verwendeten Kettfäden bestimmen die Breite des entstehenden Gewebes. Alle Kettfäden müssen eine gleichmäßige Spannung haben. Die Flächen der Brettchen stehen parallel zur Kette. Dreht man die Brettchen in dieser Stellung in eine der beiden möglichen Richtungen, so werden die Fäden jedes Brettchens für sich zu einer Schnur verzwirnt. Dabei öffnen sich bei vierlöchrigen Brettchen, nach jeder Drehung um 90° ein neues „Webfach“ – bei einer vollständigen Drehung der Brettchen um 360° nacheinander vier Fächer – bei denen jeweils ein anderer Kettfaden so an der Oberfläche liegt, dass er im entstehenden Gewebe sichtbar ist.

Das zusammenhängende Gewebe entsteht, indem in das sich öffnende Webfach nun ein Schussfaden eingezogen und angeschlagen wird. Dieser hält die Verschnürung der Kettfäden zusammen und ist im Normalfall im fertigen Gewebe nicht zu sehen. Ausnahmen bilden die sogenannte Missed Hole Technik, bei der durch Löcher in der Oberfläche des Gewebes der Schussfaden sichtbar wird, und das Stippengewebe, bei dem der Schussfaden als punktförmiges Gebilde im Gewebe sichtbar wird. Bei diesen Techniken werden jeweils nur zwei oder drei Löcher der Brettchen mit Kettfäden bezogen.

Besonderheiten beim Brettchenweben

Da sich beim Drehen der Brettchen ebenfalls der Kettvorrat entgegengesetzt zur beabsichtigten Drehrichtung der Brettchen verdreht, muss die Drehrichtung der Brettchen in regelmäßigen Abständen gewechselt oder die Stränge einzeln entdrillt werden. Dabei entsteht je nach der Anordnung der eingezogenen farbigen Kettfäden ein wiederkehrendes Muster. Man spricht hierbei auch von der Schnurbindungstechnik. Andere Techniken sind das sogenannte zweifarbige Weben Doubleface, bei dem das Muster mit lediglich zwei Farben gewebt wird. Charakteristisch hierbei ist, dass auf der Unterseite des Gewebes das Muster in den Farben genau komplementär zur Oberseite entsteht. Eine weitere Technik wird Köper genannt, weil die bei dieser Webtechnik entstehenden diagonalen Linien auf der Oberseite des Gewebes der Körperstruktur normaler Gewebe ähneln. Bei der Broschiertechnik lassen sich durch einen oder mehrere zusätzliche Schussfäden weitere Muster erzeugen.
 


 
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Quelle: „Webtechnik“ und „Besonderheiten beim Brettchenweben“ Wikipedia (Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar.)