Scrimshaw, Miniaturkunstwerke

Den wenigsten wird der Begriff „Scrimshaw“ bekannt sein. Schon eher hat man mal ein graviertes Pulverhorn oder einen verzierten Walknochen in einem Museum gesehen. Und aus der Zeit der Walfänger stammt diese Technik auch. Sie galt den Seeleuten auf ihren langen Fahrten als Ablenkung und Beschäftigung. Und – nicht zu vergessen – als Nebenverdienst.

ScrimshawBild: Blick durch das Mikroskop. Bei der Scrimshaw-Technik wird mit feinsten Strichen und Punkten graviert.

Da wurden schon mal in aufwendiger Arbeit Fangszenen in Walknochen geritzt und mit Ruß zum Vorschein gebracht. Genau das ist Scrimshaw. Wobei es schwer vorstellbar ist, diese Arbeit auf einem Walfänger bei heftigem Wellengang zu machen. Vielleicht sind so die Tattoos entstanden?!)

Scrimshaw

Für die Herstellung eines Scrimshaws wird die zu bearbeitende Fläche zunächst spiegelglatt poliert. In diese wird dann das Motiv mit einem feinen, nadelspitzen Werkzeug gescrimmt, also eingeritzt oder ganz fein gepunktet. Dabei wird unter einer Lupe oder einem Mikroskop gearbeitet. Zum Sichtbarmachen des Motivs wird nach dem Scrimmen die gesamte Fläche mit Farbe eingerieben und wieder abgewischt. Dort, wo die Oberfläche des Materials bearbeitet wurde, bleibt die Farbe haften. Meist sind mehrere Durchgänge notwendig, die genaue Anzahl ist abhängig von der Härte des Materials und der Erfahrung des Künstlers.

Überall dort, wo früher Wale gefangen wurden, kann man heute noch in Museen wertvolle, antike Scrimshawarbeiten bewundern. John F. Kennedy als berühmter Scrimshawsammler verlieh dieser Kunst weitere Bekanntheit. Feinste Scrimshawarbeiten finden sich häufig auf handgearbeiteten, wertvollen Sammlermessern, bei welchen die Griffschalen aus einem der oben genannten Materialien bestehen. In der maritimen Szene sind nach wie vor Motive aus der Seefahrt beliebt. Auch Gürtelschnallen, Pistolengriffe, Billardqueues und Schmuckstücke werden mit Scrimshaw geschmückt. Vor allem in den USA sind gute Scrimshawarbeiten von bekannten Scrimshawkünstlern wie Frederick Myrick (1808–1862) mittlerweile begehrte Sammlerobjekte geworden und werden zu Preisen von $ 50000 gehandelt.
Quelle: Wikipedia (Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar.)
 


 
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