Wikingeraxt – Dänenaxt – Bryntroll

Rein technisch war die Axt ein einfach herzustellendes Gerät und sehr vielseitiger zu verwenden. Während in der älteren Eisenzeit die Axtfunde in norwegischen Grabfunden eher selten sind, kommen sie in den Gräbern der Wikingerzeit so oft vor wie Schwerter und Speere. Das Frostathingslov, ein altes norwegisches Gesetz, präzisiert, dass nur eine geschäftete Axt als ordnungsgemäß anzusehen war. Die Axt hat offenbar in der Wikingerzeit eine Renaissance erlebt, denn es gab verschiedene Typen. Heute gilt die Wikingeraxt als wichtiges Symbol der Wikingerzeit.

Wikingeraxt

Die Streitaxt war zur Arbeit weniger geeignet. Das Blatt war oft recht dünn, aber reichlich mit Gravuren und eingelegtem Silberdekor verziert. Allerdings ist fraglich, ob diese Äxte beim Kampf eingesetzt wurden. Meist wurde eine Schneide aus besonders hartem Stahl aufgeschweißt.

Aber auch umgekehrt galt die Arbeitsaxt nicht als Streitaxt. So heißt es in der Einleitung zum Frostathingslov, dass gegenüber dem König Unrecht dadurch geschieht, dass „Männer Holzäxte zu gültigen Waffen erklären …“

Ausführungen der Streitaxt

Die Handaxt (handöx) war eine leichte und handliche Waffe mit langem dünnem Stiel. Die Axt konnte am Blatt unmittelbar am Stiel umfasst werden, so dass der Stiel als Stützstock dienen konnte. Das Blatt war breiter als das der Holzaxt. Der Teil am anderen Ende des Schaftauges konnte als Hammer verwendet werden.
Die Bartaxt (skeggöx) war nach unten rechteckig verlängert. Sie hatte einen langen Schaft, und die rechteckige Verlängerung diente dazu, wie mit einem Haken das gegnerische Schiff heranzuziehen.

Es gab auch eine zweischneidige Axt, das Bryntroll. Oft war diese Doppelaxt mit einer scharfen Eisenspitze versehen.
Die Angelsachsen verwendeten in der Schlacht bei Hastings auch Wurfbeile. Äxte, genau wie andere skandinavische Waffen, erhielten oft Namen. Nach der Snorra-Edda von Snorri Sturluson wurden Äxte häufig nach Trollinnen benannt.

Wikingeraxt

Wie das Blatt am Stiel befestigt wurde, ist nicht sicher zu ermitteln. Der Stiel könnte an einem Ende verdickt gewesen und durch das Schaftauge gezogen worden sein, wobei die Verdickung nicht durch das Auge passt. Am unteren Ende verhinderte dann ein Nagel das Verrutschen am Schaft. Solche Befestigungsmethoden wurden im Nydam-Moor gefunden. Hin und wieder wird auch berichtet, dass das Blatt der Axt aus dem Stiel rutschte.

Dänische Axt

Die Breitaxt, besser als „dänische Axt“ bekannt, hatte ein sehr breites Blatt, dass sich zum Schaftauge hin verjüngte. Besonders in Skandinavien weit verbreitet, gilt sie als die „typische“ Wikingeraxt. Die Schneide aus Stahl wurde in eine Nut des Blattes eingefügt und verschweißt. Diese Streitaxt wurde oft mit beiden Händen geführt.

Die Dänenaxt hat ein einschneidiges, gebogenes Blatt (Klinge). Das Axtblatt ist so geformt, dass es als Schildhaken fungieren kann, mit dem man den Schild des Gegners festhalten oder wegreißen kann. An der nach vorn zeigenden Seite des Blattes ist die Schneide verlängert. Diese Verlängerung sichert bei einem Wurf das Eindringen ins Ziel. Das Blatt ist mit einem Auge am sich verjüngenden Schaft durch Selbstverkeilung befestigt. Die Dänenaxt wurde ursprünglich von den dänischen Wikingern eingeführt, verbreitete sich jedoch schnell über ganz Skandinavien, England und Russland. Die Dänenaxt gehört zum Typ der Breitaxt oder der normalen Streitaxt. Es gibt verschiedene Versionen die sich in Länge, Klingenform und Gestaltung unterscheiden.

Quelle: Wikipedia Wikingeraxt

 


Siehe auch Gebrauchsgegenstände | Beile & Äxte
 
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